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Elektrokonvulsionstherapie bei depressiven Störungen

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Author(s): Baghai TC | Eser D | Möller HJ | Nothdurfter C | Rupprecht R | Schüle C

Journal: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie
ISSN 1608-1587

Volume: 6;
Issue: 4;
Start page: 20;
Date: 2005;
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Keywords: Depression | EKT | Elektrokonvulsion | Psychiatrie | Therapie

ABSTRACT
Trotz beträchtlicher Erweiterung der pharmakotherapeutischen Möglichkeiten in der Behandlung depressiver Erkrankungen und trotz Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse bezüglich der guten Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren kann auch heute auf ein bereits vor 67 Jahren entwickeltes Therapieverfahren noch nicht verzichtet werden. Eine Wirklatenz von meist mehreren Wochen sowie eine nicht unbeträchtliche Quote an behandlungsresistenten Depressionen stellen auch heute noch ernstzunehmende Probleme dar. Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein nichtpharmakologisches biologisches Behandlungsverfahren, dessen ausgezeichnete Wirksamkeit vor allem bei depressiven Störungsbildern, aber auch bei Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis in einer Vielzahl von kontrollierten Untersuchungen gut belegt werden konnte. Dies gilt nicht nur für Akutbehandlungen, die EKT kann auch im Rahmen einer Erhaltungstherapie zur Rezidivprophylaxe eingesetzt werden. Zudem sind Sicherheit und Verträglichkeit der Behandlung durch umfangreiche Modifikationen der Stimulationstechnik sowie durch die umfassenden Fortschritte der Anästhesiologie stetig verbessert worden. Somit konnten in den letzten Jahren viele Kontraindikationen weitgehend relativiert werden, sodaß heute auch Patienten mit erhöhten somatischen Risiken eine sichere Behandlung angeboten werden kann. Neueste Forschungsergebnisse führten zwar neben einem besseren Verständnis möglicher Wirkmechanismen der EKT zu einer sicheren und gut verträglichen Behandlung, konnten jedoch das eigentliche Wirkprinzip der Behandlung immer noch nicht vollständig klären. Trotzdem darf diese wirksame Therapieoption vor allem jenen schwer kranken Patienten, die durch andere Behandlungsformen, wie z. B. eine intensive kombinierte Pharmako- und Psychotherapie, keine ausreichende Besserung erfahren haben, nicht vorenthalten werden. Die EKT ist immer noch eine wichtige Therapieoption vor allem zur Behandlung pharmakotherapieresistenter Depressionen. Andere nichtpharmakologische Behandlungen, wie z. B. die transkranielle Magnetstimulation, die Magnetkonvulsionstherapie sowie die Vagus-Nerv-Stimulation, befinden sich noch im Entwicklungsstadium. Umfassende Aufklärung in Krankenhäusern, aber auch die zunehmend sachlichere Aufklärung in öffentlichen Medien könnten zu einer Entstigmatisierung von psychiatrischen Erkrankungen und speziellen Therapieformen, wie beispielsweise der EKT, führen.
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