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Geschlechtsspezifische Aspekte von Burnout

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Author(s): Lalouschek W | Kainz B

Journal: Blickpunkt der Mann
ISSN 1727-0669

Volume: 6;
Issue: 3;
Start page: 6;
Date: 2008;
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Keywords: Burnout | gender | Psychologie | Stress

ABSTRACT
Burnout ist in der heutigen Arbeitswelt ein gravierendes Problem, das sich bei 6–7 % aller Arbeitenden, in bestimmten Berufsgruppen jedoch bei über 20 % der Fälle finden lässt. Das Burnout-Syndrom ist gekennzeichnet durch emotionale und körperliche Erschöpfung, eine negative Einstellung gegenüber KundInnen (bzw. KlientInnen/PatientInnen) und verminderte Leistungsfähigkeit. Auf der individuellen Ebene geht Burnout einher mit körperlichen Symptomen und Erkrankungen, emotionalen und kognitiven Störungen sowie Änderungen des Verhaltens (z. B. Rückzug, Suchtverhalten). Burnout hat jedoch auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Qualität der geleisteten Arbeit sowie relevante wirtschaftliche Folgen. Das Risiko für Burnout wird durch Dispositionen auf der intrapersonalen Ebene und durch Bedingungen des Arbeitskontextes und der Organisationsebene beeinflusst. Bei der Betrachtung geschlechtsspezifischer Aspekte sind verschiedene Ebenen zu berücksichtigen, welche sich gegenseitig beeinflussen: Einerseits bestehen biologische und psychologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern, beispielsweise in der Reaktion auf belastende Situationen und Stress. Weiters werden bei Männern und Frauen unterschiedliche Rollenbilder wirksam. Der offensichtlichste Unterschied ist schließlich die nach wie vor bestehende Ungleichbehandlung von Frauen im Arbeitsleben sowie die wesentlich häufigere Mehrfachbelastung von Frauen. Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Burnout, im individuellen und organisationsbezogenen Kontext und vor allem auch auf gesellschaftlicher Ebene sollten daher geschlechtsspezifische Aspekte der Entstehung und Auswirkungen von Burnout stärker berücksichtigen.
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