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Modelle psychischer Realitätsverhältnisse in der Kunst

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Author(s): Seidl W

Journal: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie
ISSN 1608-1587

Volume: 9;
Issue: 3;
Start page: 53;
Date: 2008;
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Keywords: Kunst | Psychiatrie | Realität

ABSTRACT
Die Frage nach dem Stellenwert der Kunst als relevantem Marker für gesellschaftliche Veränderungen ist stets mit der Frage nach aktuellen sozialen und "psychogeographischen" Befindlichkeitstendenzen oder -ebenen verbunden. Wenn es vor 40 Jahren noch galt, Kunst als Mittel einzusetzen, um auf politisch nicht anerkannte sowie öffentlich bzw. medial nicht sichtbare Lebensformen und körperlich repräsentierte Identitätsformationen hinzuweisen, stellt sich nach einer zunehmenden Öffnung der Bildwelten durch Medien und Internet heute weniger die Frage nach dem körperlich Sichtbaren als dem dahinter liegenden mentalen Zustandsbild des Individuums, das nicht zuletzt als Resultat eines sich kontinuierlich beschleunigenden gesellschaftlichen Wandels gilt. Kunsthistorisch betrachtet bilden die 1960er Jahre den Beginn gesellschaftlicher Veränderungsbestrebungen sowie einer gesteigerten Sichtbarkeit psychischer Verhaltensmodelle, die sich außerhalb jedes Konstruktes der "Normalität" befinden, die als kulturell signifikantes Moment gewisse Verhaltensweisen einfordern, jedoch persönliche Vorstellungen und Wünsche oftmals konterkarieren. Entscheidend sind in vielen künstlerischen Arbeiten – und dies ungeachtet des Mediums – die gesellschaftlichen Bedingungen, die zu Verhaltensformen im Zusammenhang mit pathologischen Persönlichkeitsstrukturen führen und eine Reihe von diskriminatorischen Momenten nach sich ziehen. Der Text geht von einer Analyse filmischer und literarischer Werke in den USA aus und bezieht sich im Weiteren auf die Auswirkungen mentaler Abweichungen und deren künstlerische Aufarbeitung in Österreich. Als Beispiele werden die Werke der österreichischen KünstlerInnen Valie Export und Markus Schinwald vorgestellt.
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