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(Re-) Organisation sensomotorischer und sprachlicher Funktionen nach periventrikulären Läsionen

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Author(s): Staudt M

Journal: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie
ISSN 1608-1587

Volume: 8;
Issue: 4;
Start page: 7;
Date: 2007;
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Keywords: Hirnläsion | Neurologie | Plastizität | Sensomotorik | Sprache

ABSTRACT
Periventrikuläre Läsionen entstehen im frühen 3. Schwangerschaftsdrittel. Zu dieser Zeit haben aszendierende thalamo-kortikale sensorische Bahnen ihre kortikalen Projektionsareale noch nicht erreicht, wohingegen deszendierende kortikospinale motorische Bahnen bereits in ihren spinalen Zielgebieten angelangt sind. Deshalb können aussprossende thalamo-kortikale sensorische Bahnen eine periventrikuläre Läsion noch umgehen, wohingegen kortikospinale motorische Bahnen oft von der Schädigung erfaßt werden. Allerdings führen (unilaterale) Schädigungen kortikospinaler Projektionen zum Persistieren von an sich passager angelegten ipsilateralen Projektionen aus der intakten Hemisphäre, über die diese dann die motorische Kontrolle über eine paretische Extremität übernehmen kann. Diese Phänomene wurden für sensomotorische Handfunktionen mittels transkranieller Magnetstimulation, fMRT, Magnetoenzephalographie und MR-Diffusion-Tensor-Traktographie gezeigt. In ähnlicher Weise zeigt Sprache (nach linksseitigen Läsionen) eine interhemisphärielle Reorganisation produktiver Sprachfunktionen in homotope Areale der kontraläsionellen rechten Hemisphäre, bei unverändert schwach linkslateralisierter fMRT-Aktivierung für perzeptive Sprachfunktionen. Als möglicher Auslöser für diese Reorganisation wurde eine periventrikuläre Schädigung linkshemisphärischer fazial-motorischer Projektionen identifiziert. Damit reorganisieren in beiden Systemen die "afferenten" Komponenten (Sensorik der Hand/Sprachperzeption) intrahemisphäriell (= periläsionell), wohingegen die "efferenten" Komponenten (Motorik der Hand/Sprachproduktion) interhemisphäriell und homotop reorganisieren, jeweils wahrscheinlich ausgelöst durch eine Schädigung hand- bzw. gesichtsmotorischer Projektionen. Dabei ist diese interhemisphärielle Reorganisation unterschiedlich effektiv: Reorganisation der Motorik mit ipsilateralen kortikospinalen Bahnen vermittelt eine brauchbare, jedoch stets deutlich beeinträchtigte Handfunktion; Patienten mit rechtshemisphärisch organisierter Sprache besitzen dagegen normale Verbal-IQs.
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