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Was sind alte "Mikroblutungen" und was können sie uns sagen?

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Author(s): Roob G | Fazekas F | Lechner A | Schmidt R

Journal: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie
ISSN 1608-1587

Volume: 3;
Issue: 4;
Start page: 7;
Date: 2002;
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Keywords: Hämosiderin | intrazerebrale Blutung | Magnetresonanztomographie | Mikroangiopathie | Neurologie

ABSTRACT
MRT-Untersuchungen des Gehirns mit T2*-gewichteten Aufnahmesequenzen, die kleine Foci von Signalverlust zeigen, weisen auf fokale Hämosiderindepositate vorangegangener kleiner Blutaustritte aus Arteriolen hin und sind, wie histopathologische Studien bewiesen, in der Regel stumme Zeugen verschiedenster Vaskulopathien, wobei der hypertensiven Lipofibrohyalinose kleiner Gefäße die führende Rolle zukommen dürfte. Sie werden bei mehr als der Hälfte von Patienten mit primären intrazerebralen Blutungen beobachtet, treten aber auch bei zerebral-ischämischen Erkrankungen vorwiegend mikroangiopathischer Genese auf und kommen sogar bei älteren asymptomatischen Personen vor. Bei zerebraler Amyloidangiopathie sind nachweisbare Mikroblutungen eher kortiko-subkortikal lokalisiert, wobei ihr Verteilungsmuster teilweise aber auch wenig spezifisch zu sein scheint. Aufgrund ihres Entstehungsmechanismus, d. h. dem Blutaustritt aus kleinsten Gefäßen, könnte der Nachweis von Mikroblutungen für Therapieentscheidungen relevant sein, die von sich aus eine Erhöhung der Blutungsbereitschaft bedingen, wie etwa die Antikoagulation. Während diese Hypothese aber erst in prospektiven Studien erhärtet werden muß, kommt dem MRT-Nachweis alter Mikroblutungen bereits jetzt bei Patienten mit intrazerebralen Hämatomen als ätiologisch richtungsweisender Befund eine gewisse diagnostische Bedeutung zu, die die Notwendigkeit weiterer invasiver Untersuchungen, wie z. B. einer Angiographie, reduzieren kann. Weiters kann diese Information in die Beratung bezüglich des Risikos einer Rezidivblutung einfließen. Aus diesen Gründen sollte jedes MRT-Untersuchungsprotokoll zumindest von PatientInnen mit intrazerebraler Blutung zukünftig eine T2*-gewichtete Gradientenecho-Sequenz routinemäßig beinhalten.
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