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Die „absolute Problemhäufigkeit“: Ein innovatives Instrument zur Erfassung von Verbesserungspotentialen in der stationären Psychotherapie

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Author(s): Schreiber, Wolfgang | Witt, Dettmar | Hadersdorfer, Hildegard

Journal: Psychiatrische Forschung
ISSN 2191-7140

Volume: Supplement;
Issue: 1/2010;
Start page: 104;
Date: 2010;
Original page

Keywords: Absolute Problemhäufigkeit | Patientenzufriedenheit | stationäre Psychotherapie | Verbesserungspotentiale | Problem scores | client satisfaction | inpatient psychotherapy ward | potentials for improvement

ABSTRACT
Einleitung: Im Bereich der stationären, medizinischen Versorgung stellt die Patientenzufriedenheit einen entscheidenden und erfolgskritischen Behandlungsfaktor dar. Bei Anwendung notenähnlicher Rangskalen werden dabei häufig unrealistisch hohe Zufriedenheitswerte angegeben. Ursachen hierfür sind beispielsweise ein Antwortverhalten im Sinne sozialer Erwünschtheit, individuelle Dankbarkeit dem Personal gegenüber sowie die Angst vor persönlichen Nachteilen. Eine methodisch interessante Alternative zur Erfassung von Verbesserungspotentialen als entscheidender Voraussetzung für eine höhere Patientenzufriedenheit stellt die Bestimmung der „absoluten Problemhäufigkeit“ dar, die sich aus dem prozentualen Anteil von Patientenantworten mit einem Problemattribut an der Gesamtzahl der Patientenantworten errechnet (Ruprecht, 2000a und b, 2001, 2002). Material und Methoden: 508 Patienten unserer Psychotherapiestation beurteilten deren Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens (Dietzel, 2009). Ergebnisse: Bei der Berechnung der „absoluten Problemhäufigkeiten“ fanden sich in unserer Analyse Häufigkeiten zwischen 10,6% und 86,6%. In diesem hoch differenzierten Antwortverhalten spiegelt sich problembezogen die von Patientenseite sehr unterschiedlich gesehene Notwendigkeit gezielter Veränderungen wider. Konkret betrafen die drei Hauptmängel aus Patientensicht auf unserer Psychotherapiestation sämtlich Aspekte unserer Strukturqualität, konkret das verfügbare Freizeitangebot, die Zimmerausstattung und die räumliche Aufteilung der Station. Schlussfolgerungen: Die Berechnung der „absoluten Problemhäufigkeit“ ermöglicht die gezielte Ermittlung und Priorisierung notwendiger Interventionen zur Qualitätsverbesserung der stationären, medizinischen Versorgung, um so die Patientenzufriedenheit weiter zu verbessern. In der hier vorgelegten Untersuchung konnten wir für unsere Psychotherapiestation konkrete Verbesserungsbereiche – vor allem aus dem Bereich der Strukturqualität – mit hoher Bedeutung für die individuelle Patientenzufriedenheit identifizieren. Selbst bei Fragen, bei denen sich fast alle Patienten „zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“ geäußert hatten, ließ sich doch ein sehr unterschiedlich ausgeprägter, subjektiver Verbesserungsbedarf ermitteln. Die Bestimmung der „absoluten Problemhäufigkeit“ trägt so dazu bei, tatsächliche Problembereiche realistisch einzuschätzen und vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen.
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