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Die Macht der Übersetzung – Konzeptionelle Überlegungen zur Übersetzung als politische Praktik am Beispiel kulturgeographischer Forschung im arabischen Sprachraum

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Author(s): S. Husseini

Journal: Social Geography (SG)
ISSN 1729-4274

Volume: 4;
Issue: 1;
Start page: 71;
Date: 2009;
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ABSTRACT
Übersetzen ist eine notwendige Praktik im Rahmen internationaler Wissenschaft und ein wichtiges Hilfsmittel für die Forschung in „anderen“ sprachlichen Kontexten. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein unproblematisches Unterfangen, das keiner Reflexion bedarf. Das Anliegen, sich mit dem Thema auch in der Geographie zu beschäftigen, resultiert hier zunächst aus konkreten Übersetzungsschwierigkeiten eines kulturgeographischen Forschungsprojektes, das sich mit Texten in arabischer Sprache befasst. In diesem Beitrag werden kurz die dort zutage tretenden Herausforderungen an die Übersetzung skizziert und darauf aufbauend konzeptionelle Überlegungen angestellt, mit denen sich diese Probleme greifen lassen. Dabei werden verschiedene Ansätze der Translation Studies zusammengeführt und für geographische Fragestellungen fruchtbar gemacht. Ziel ist es, konzeptionelle Herangehensweisen zur Untersuchung und Reflexion von Übersetzungspraktiken aus geographischer Perspektive aufzuzeigen. Die Idee des Übersetzens als bloße Übertragung von Bedeutung von einer Sprache in die andere im Sinne eines Über-Setzens ohne Bedeutungsverlust oder -verschiebung wird hier abgelehnt. Es wird verdeutlicht, dass es sich vielmehr um ein Dazwischen-Setzen handelt, mit dem zwangsweise eine Bedeutungsverschiebung einhergeht und das stets in spezifische Machtverhältnisse verstrickt ist. Dass die Effekte solcher Machtverhältnisse auf allen Ebenen des Übersetzungsprozesses wirken und letztendlich zur Formung kultureller Identitäten und kulturräumlicher Ordnungsvorstellungen beitragen, wird anhand von Beispielen veranschaulicht und problematisiert. Im Anschluss daran werden die Konsequenzen für die Umsetzung ausgelotet. Damit versteht sich der Beitrag nicht nur als Plädoyer für mehr Reflexion von Übersetzungspraktiken in geographischer Forschung, sondern auch dafür, in der Geographie Übersetzung selbst zum Forschungsgegenstand zu machen.
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