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Erinnerungsorte und kulturelles Erbe – Spielplätze der Repräsentationen von Vergangenheit

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Author(s): V. Denzer

Journal: Social Geography Discussions
ISSN 1816-1499

Volume: 2;
Issue: 1;
Start page: 63;
Date: 2006;
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ABSTRACT
Erinnerungsorte und kulturelles Erbe sind zwei Termini, die materielle und immaterielle Gegebenheiten zusammenziehen. Sie stehen für einen dezidiert selektiven gegenwartsbezogenen Umgang mit Vergangenheit. Zum einen dienen sie als Identifikationsanker der Bevölkerung. Zum anderen fungieren sie als öffentlichkeitswirksame Instrumente der Selbstdarstellung sozialer Gruppen sowie zur Legitimation politischer Entscheidungen. Ihr symbolischer Wert bleibt jedoch nicht einfach über die Dauer ihrer materiellen Existenz konstant. Besonders in Zeiten sozioökonomischer und kultureller Umbrüche, wenn bestehende Wahrnehmungs- und Deutungsmuster ins Wanken geraten, wird um neue vorherrschende Bedeutungen gestritten. Im Rahmen dieses Beitrages werden an zwei Beispielen, der Chemnitzer Innenstadt und Ferropolis – der Stadt aus Eisen (bei Gräfenhainichen/Bitterfeld), der wechselnde Fokus auf Präsentationen des Vergangen analysiert und die damit in einem weiteren gesellschaftlichen Kontext kommunizierten Konnotationen interpretiert. Am Chemnitzer Beispiel konnte zum einen gezeigt werden, wie an bereits bestehende Orte als Zeichenträger neue Semantiken angehängt wurden, um eine identitätsstiftende Wirkung für die Bevölkerung im Jetzt zu erzielen. Zum anderen wurde über die Symbolisierung von Architektur eine Imageaufwertung der Stadt intendiert. Einen kompensatorischen Umgang mit Vergangenheit wurde mit der musealisierenden Inszenierung der Alltagsgeschichte in Ferropolis verfolgt.

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